Die (Blog)Welt hat mich wieder

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Ich habe offensichtlich seit über einem Jahr nichts mehr gepostet… Also, der Erfolg, mit dem ich prokrastiniere ist schon furchteinflößend. Ich habe mir aber vorgenommen doch hin und wieder etwas zu schreiben, damit meine treuen 7 Leser auf dem Laufenden bleiben (oder sei es nur, um für mich selber eine Art TageHin-und-wieder-Buch zu führen). Seit 2 Wochen bin ich wieder in Kanada und es ist (Gott sei Dank) immer noch wunderschönstes sonniges Wetter. Keine Spur von dem Schnee, der bereits Anfang September die Prairie heimgesucht hat. Stattdessen noch herrliche Herbstfarben, die ich versucht habe mit der Handykamera (während ein paar meiner Spaziergänge) einzufangen.

Seit heute mache ich auch wieder einen neuen Laufkurs beim Running Room und unser heutiger Lauf hat schonmal  Spaß gebracht. Leider sind die Preise für einen Wiederholungskurs ordentlich gestiegen. Früher hat man für den ersten Kurs knapp 70 CAD bezahlt (etwa 50 Euro) und dabei noch ein Running Room Laufshirt erhalten. Den Wiederholungskurs gab es für schlappe 40 Dollar (ohne Shirt). Jetzt kostet der Wiederholungskurs immer noch knapp über 60 Dollar – und es gibt KEIN Hemd dazu. Also hab ich 8 Dollar raufgepackt, den vollen Preis bezahlt und dabei noch ein giftgrünes Shirt abgegriffen (die Farbauswahl ist ein wenig übersichtlicht). Also montags, mittwochs und sonntags (morgens um 8:30 – so Gott will) wieder laufen.

Sonst noch heißes Eisen: Themenauswahl für mein 2. generals paper (das evtl. richtungsweisend für die Diss wird).

Freue mich weiterhin über Kommentare, Grüße, alles was traffic erahnen lässt 🙂

CILLDI – Canadian Indigenous Languages and Literacy Development Institute

CILLDI Summer School 2013

Im Juli, direkt nach der ICLC (über die ich auch noch berichten wollte) habe ich zwei Wochen für CILLDI volunteered. Das ist so eine Sache, die ich mir schon zum Zeitpunkt der Bewerbung an der Uni in den Kopf gesetzt hatte (naja, soweit ich denn geplant hatte eine eventuelle Zusage überhaupt anzunehmen). CILLDI ist ein vor 13 Jahren gegründetes Sommerseminar, das sich in erster Linie der Revitalisierung indigener Sprachen widmet. Das Seminar besteht aus zwei Blöcken von jeweils 1,5 Wochen mit knapp 6 Stunden Unterricht am Tag. Es erlaubt den Teilnehmern das ‚Community Linguist Certificate‘ zu erwerben. Für dieses Zertifikat müssen sie sechs Kurse belegen, also 3 Jahre jeden Sommer zwei Kurse besuchen. Die Kurse sind Einführung in die linguistische Analyse indigener Sprachrevitalisierung, Phonetik indigener Sprachen, Morphosyntax, Satz- und Diskursmuster, Sprachpolitik und -planung für indigene Sprachgemeinschaften, Technologien für die Dokumentation bedrohter Sprachen. Außerdem werden auch Sprachkurse wie Cree und Michif angeboten, denn viele der Teilnehmer sprechen ihre Muttersprachen nicht fließend.

Ich war teaching bzw. student assistent im Morphosyntax Kurs, den meine Doktormutter unterrichtete. Unsere Teilnehmer waren (bis auf eine Frau) First Nations people (Ureinwohner Kanadas – auf gut Deutsch und politisch ziemlich inkorrekt Indianer – obwohl es auch da Unterschiede gibt wie und was die einzelnen Leute genannt werden wollen) unterschiedlicher Stämme. Wir hatten u.a. Cree, Dene und Nisga’a Sprecher. Dabei beherrschen die Sprecher auch unterschiedliche Dialekte. Eine geographische Karte der Sprachen findet ihr hier.

Anfangs hatten meine Kommilitonin und ich nicht viel zu tun. Unsere Hauptaufgabe war es, den Teilnehmern bei jeglichen Fragen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Das reicht über ‚Wo bekommt man denn hier Kaffee‘ bis zu linguistischen Fragen. Nach ein paar Tagen ging es endlich ein bisschen ans Eingemachte – das heißt, die Teilnehmer wendeten das Wissen, das ihnen vermittelt wurde direkt auf ihre Sprachen an. Und somit kam ich auch ein wenig in den Genuss etwas über polysynthetische kanadische Sprachen zu lernen. Unter anderem sollten die Teilnehmer in einer der Aufgaben die Worte/Konzepte Hund, Hunde, Welpe, großer Hund, Pferd, Pferde, und Pony in ihre Sprachen übersetzen. Das Ergebnis (oder einen Teil davon) seht ihr im folgenden Bild…. Fällt Euch etwas auf?

IMG_20130710_151502Also ich meinte nicht den Arm, der da im Bild steckt. Die ersten Worte sind oft die Selben (wie im ersten Gwich’in Beispiel zu sehen. Der erste Buchstabe ist übrigens kein X, sondern ein barred L/L mit Querstrich). Hund ist łaii. Großer Hund und Pferd, beides ist łaii cho.

Das Konzept Hund war schon bevor die Europäer kamen ein bekanntes. Pferde wurden allerdings erst von den Europäern eingeführt. So wurde das Pferd großer Hund genannt (optische Ähnlichkeit und Nutzen – da beide als Lasttiere eingesetzt wurden). In einigen Sprachen hat das Wort Hund dann großer Hund für Pferd ersetzt. So weit, dass ein anderes Wort für den eigentlichen Hund gefunden werden musste. Und da indigene Sprachen sehr deskriptiv sind und sich oft bekannter Konzepte bedienen, statt neue Wörter zu erfinden, wurde aus Hund Der, der Scheiße frisst. Ähnliche Benennungen gibt es bei Konzepten wie Schaf und Ziege, bzw. Baumwollreh und stinkendes Reh. Die indigenen Sprachen sind unheimlich faszinierend (und leider auch sehr komplex – also schwierig zu lernen). Ich habe einen winzigen Einblick gewonnen und hoffe, dass daraus ein wenig mehr wird. CILLDI war eine tolle Erfahrung wenn es auch oft nicht so viel für uns Freiwillige zu tun gab, wie ich gehofft hatte.

Masi Chok!

(Thank you in Dene)

Tolle Wurst.

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Vor ein paar Wochen hat jemand eine meiner Lieblingstupperdosen aus der Grad Lounge (unser ‚Studiküche‘ und Aufenthaltsraum) mitgehen lassen. Gestern hatte ich kein Essen vorbereitet und wollte mir daher eines der Mikrowellengerichte schmecken lassen, die ich meistens im Angebot kaufe und für solche Tage im Tiefkühlschrank in der Grad Lounge  bunkere, damit ich nicht teuer Essen auf dem Campus kaufen muss. (Im Gegensatz zu Deutschland wird hier alles umso teurer je näher man dem Campus kommt – sogar die Supermärkte. Es gibt keine Mensa und Essen wird in keinster Weise bezuschusst.) Ich öffne also das Tiefkühlfach und finde – NICHTS.  Und letzte Woche hatte ich noch 4 Gerichte im Fach – nicht lose rumfliegend, sondern in einer verknoteten Plastiktüte. Statt eines ca. 2.50 Dollar Lunches, habe ich mir also ein 7.50 Dollar Stück Lasagne gekauft. VIER Gerichte von gestern auf heute geklaut. Wie dreist ist das bitte. Ich war ziemlich angepisst.

Und meine Tupperdose hätte ich auch gerne wieder.